Die Ear-Spot-Übung nutzt einen Mechanismus, der in verschiedenen therapeutischen und coachingbasierten Verfahren eingesetzt wird: bifokale Aufmerksamkeit.
Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit gleichzeitig auf zwei Dinge:
- den inneren Gedanken oder Glaubenssatz
- einen äußeren sensorischen Reiz
In dieser Übung ist der äußere Reiz ein bewegter 8D-Sound, der scheinbar um den Kopf herumwandert und an unterschiedlichen Stellen lauter wird.
Während der belastende Satz innerlich wiederholt wird, verfolgt das Gehirn gleichzeitig diesen bewegten Hörreiz.
Die Aufmerksamkeit pendelt dadurch ständig zwischen innerer Wahrnehmung und äußerem Reiz.
Das menschliche Arbeitsgedächtnis hat eine begrenzte Kapazität. Es kann nur eine bestimmte Menge an Informationen gleichzeitig verarbeiten.
Wenn ein belastender Gedanke aktiviert wird und gleichzeitig eine zweite Aufgabe Aufmerksamkeit beansprucht – etwa das Verfolgen eines bewegten Geräusches – müssen sich diese Prozesse die verfügbaren Ressourcen teilen.
Forschung aus dem Bereich der Traumaverarbeitung und der Emotionspsychologie zeigt, dass dadurch:
- Erinnerungen weniger lebendig werden
- emotionale Intensität sinken kann
- belastende Gedanken ihre Wirkung verlieren.
Der Gedanke bleibt zwar bewusst wahrnehmbar, doch er verliert häufig seine emotionale Aufladung.
Viele Menschen berichten in solchen Übungen, dass der belastende Satz plötzlich neutral wirkt oder dass automatisch ein korrigierender Gedanke auftaucht, zum Beispiel:
„So ein Unsinn – natürlich kann ich das.“